Ergebnisse |
zum Vergleich: 1999 - 2002 |
| Zum Stichtag 30. Juni 2003 wurden von den Ordnungsbehörden
der Städte und Gemeinden insgesamt 19 479 Personen in NRW als
behördlich untergebrachte Obdachlose gemeldet. Damit verringerte sich
deren Zahl gegenüber dem Vorjahr um 1 694 Personen bzw. 8,0 %.
Als Ursache für den Rückgang wurden die Präventivmaßnahmen
der Kommunen und des Landes, begünstigt durch die allgemeine Entspannung
am Wohnungsmarkt, genannt. Die Kennziffer „Obdachlose je 1 000
Einwohner” reduzierte sich im Berichtsjahr auf 1,1 Personen (2001:
1,3 Personen; 2002: 1,2 Personen). Die Zahl der obdachlosen Haushalte ging
von 11 246 im Jahre 2002 auf 10 608 zurück, das sind 5,7 %
weniger als im Vorjahr. Im Vergleich der einzelnen Haushaltstypen weisen junge Ehepaare und vor allem Einpersonenhaushalte den geringsten Rückgang (mit 6,6 % bzw. 2,5 %) gegenüber dem Vorjahr auf. Da der Anteil der Einpersonenhaushalte an den obdachlosen Haushalten insgesamt mit 61 % überwiegt, fällt der durchschnittliche Rückgang über alle Personengruppen hinweg betrachtet mit 5,7 % niedriger aus als die Veränderungsraten bei den Mehrpersonenhaushalten. Bei den Einzelpersonen handelt es sich vermehrt um entlassene Straftäter bzw. aus Reha-Kliniken entlassene Süchtige. Insgesamt waren die Vermittlungsversuche bei Mehrpersonenhaushalten erfolgreicher. Die Verringerung gegenüber dem Vorjahr lag hier bei 10,2 % oder minus 470 Mehrpersonenhaushalte. |
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| Haushaltstyp | Obdachlose Haushalte | |||||
| 30.06.2002 | 30.06.2003 | Veränderung 30.06.2003 gegenüber 30.06.2002 |
||||
| Anzahl | % | |||||
| Mehrpersonenhaushalte | 4 605 | 4 135 | -10,2 | |||
| davon | ||||||
| junge Ehepaare | 211 | 197 | -6,6 | |||
| kinderreiche Familien | 753 | 679 | -9,8 | |||
| alte Ehepaare | 153 | 138 | -9,8 | |||
| sonstige Mehrpersonenhaushalte | 3 488 | 3 121 | -10,5 | |||
| Einpersonenhaushalte | 6 641 | 6 473 | -2,5 | |||
| Insgesamt | 11 246 | 10 608 | -5,7 | |||
| Haushaltstyp | Ursache der Obdachlosigkeit | |||||||||||
| fristlose Kündigung wegen Zahlungsverzugs oder mietwidrigen Verhaltens |
fristgerechte Kündigung | sonstige Umstände | ||||||||||
| Anzahl | % | Anzahl | % | Anzahl | % | |||||||
| Mehrpersonenhaushalte | 3 392 | 82,0 | 444 | 10,7 | 299 | 7,2 | ||||||
| davon | ||||||||||||
| junge Ehepaare | 141 | 71,6 | 41 | 20,8 | 15 | 7,6 | ||||||
| kinderreiche Familien | 550 | 81,0 | 83 | 12,2 | 46 | 6,8 | ||||||
| alte Ehepaare | 97 | 70,3 | 29 | 21,0 | 12 | 8,7 | ||||||
| sonstige Mehrpersonenhaushalte | 2 604 | 83,4 | 291 | 9,3 | 226 | 7,2 | ||||||
| Einpersonenhaushalte | 4 285 | 66,2 | 1 213 | 18,7 | 975 | 15,1 | ||||||
| Insgesamt | 7 677 | 72,4 | 1 657 | 15,6 | 1 274 | 12,0 | ||||||
| Immer mehr Haushalte verlieren ihre Wohnung
durch Zahlungsverzug bzw. mietwidrigendes Verhalten.
Waren es an der Gesamtzahl gemessen im Vorjahr
70,4 %, sind es in diesem Jahr 72,4 % oder
7 677 Haushalte. Unter den einzelnen Haushaltstypen
ist dieser Anstieg bei den kinderreichen Familien am
ausgeprägtesten. Aufgrund einer fristgerechten Kündigung
mussten 15,6 % (1 657 Haushalte) und aufgrund
sonstiger Umstände (z. B. Zerstörung der Wohnung
durch Unglückfall, Eigenbedarf oder behördlicher
Maßnahmen) 12,0 % oder 1 274 Haushalte untergebracht
werden. Die Unterbringung erfolgte bei 80 % aller Haushalte in Unterkünften besserer Qualität, in denen je Person durchschnittlich 18 m2 Wohnfläche zur Verfügung stehen. Die Bemühungen, obdachlose Haushalte möglichst schnell wieder in ein normales Wohnverhältnis zu bringen, lassen sich auch an der Dauer der Unterbringung ablesen. Auch hier sank der Anteil der länger als zwei Jahre untergebrachten obdachlosen Haushalte von 52,2 % im Vorjahr auf 51,8 % im Berichtsjahr. Bei den Unterkünften einfacher Art macht dieser Anteil 51,1 % (Vorjahr 50,0 %), bei Unterkünften besserer Qualität 51,3 % (51,5 %) und bei in Normalwohnungen Untergebrachten 56,7 % (61,2 %) aus. Da in Unterkünften besserer Qualität und in Normalwohnungen überwiegend Familien untergebracht sind und die durchschnittliche überwiegende Verweildauer hier unter zwei Jahren liegt, wird das Bemühen deutlich, dieser Personengruppe vorrangig zu helfen. |
| Zeichenerklärung | |
|---|---|
| (nach DIN 55 301) | |
| 0 | weniger als die Hälfte von 1 in der letzten besetzten Stelle, jedoch mehr als nichts |
| - | nichts vorhanden (genau null) |
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