Ergebnisse

zum Vergleich: 2002 - 2003
 
Zum Stichtag 30.06.1999 wurden von den Ordnungsbehörden der Städte und Gemeinden insgesamt 29 707 Personen als obdachlos gemeldet. Gegenüber der Vergleichszahl des Vorjahres bedeutet dies eine Abnahme um 6 356 oder 17,6 %. Ursache für den erneuten Rückgang war – wie bereits in den Vorjahren festgestellt –, dass die Kommunen im Vorfeld der Obdachlosigkeit geeignete Massnahmen ergriffen haben, um den drohenden Verlust der Wohnung abzuwenden. Begünstigt wurde das Bemühen durch ein immer noch grosses Angebot an freien Wohnungen. Die Kennziffer „Obdachlose je 1 000 Einwohner” betrug im Berichtsjahr 1,7 Personen (1998: 2,0 Personen; 1997: 2,5 Personen). Die Zahl der obdachlosen Haushalte ging von 16 419 zum 30.06.1998 um 2 081 Haushalte zum 30.06.1999 zurück, was einer Abnahme um 12,7 % entsprach.

Bei mehr als der Hälfte der Haushalte (54,8 %) handelt es sich um Einpersonenhaushalte. Die Zahl der Mehrpersonenhaushalte hat sich von 7 924 auf 6 474 reduziert (–18,3 %). In dieser Gruppe waren die auffälligsten Rückgänge bei den kinderreichen Familien (–22,4 %) und den sonstigen Mehrpersonenhaushalten (–18,8 %). Nur bei den "Alten Ehepaaren", die zum 30.06.1999 einen Anteil von 1,5 % an der Gesamtzahl der Obdachlosen hatten, ist ein Anstieg gegenüber dem Vorjahr festzustellen, und zwar um 4,4 %.

Haushaltstyp Obdachlose Haushalte
30.06.1998 30.06.1999 Veränderung 30.06.1999
gegenüber 30.06.1998
Anzahl %
Mehrpersonenhaushalte 7 924   6 474   –18,30  
davon  
junge Ehepaare 454   420   –7,49  
kinderreiche Familien 1 555   1 206   –22,44  
alte Ehepaare 205   214   +4,39  
sonstige Mehrpersonenhaushalte 5 710   4 634   –18,84  
Einpersonenhaushalte 8 495   7 864   – 7,43  
   
Insgesamt 16 419   14 338   –12,67  

Haushaltstyp Ursache der Obdachlosigkeit
fristlose Kündigung
wegen Zahlungsverzugs
oder mietwidrigen Verhaltens
fristgerechte Kündigung sonstige Umstände
Anzahl % Anzahl % Anzahl %
Mehrpersonenhaushalte 4 828   75,1   858   13,3   743   11,6  
davon  
junge Ehepaare 267   63,6   57   13,6   96   22,9  
kinderreiche Familien 843   70,2   190   15,8   168   14,0  
alte Ehepaare 155   73,5   38   18,0   18   8,5  
sonstige Mehrpersonenhaushalte 3 563   77,5   573   12,5   461   10,0  
Einpersonenhaushalte 4 623   59,1   1 484   19,0   1 712   21,9  
   
Insgesamt 9 451   66,3   2 342   16,4   2 455   17,2  

Die überwiegende Zahl der Haushalte (71,2 %) war aufgrund einer Kündigung wegen Zahlungsverzuges oder wegen mietwidrigen Verhaltens obdachlos geworden, dies traf auf insgesamt 9 451 Haushalte zu. Aufgrund einer fristgerechten Kündigung wurden 1 566 Haushalte obdachlos, und sonstige Umstände (z. B. Zerstörung der Wohnung durch Unglücksfälle, Eigenbedarf oder behördliche Maßnahmen) führten bei 2 249 Haushalte zur Obdachlosigkeit.

Die Unterbringung erfolgte in 80,5 % der Fälle in Unterkünften besserer Qualität, in denen je Person gut 18 qm Wohnfläche zur Verfügung standen. Die Dauer der Unterbringung hat sich gegenüber 1998 im Durchschnitt verringert. Länger als zwei Jahre waren nur noch 56,3 % der Haushalte obdachlos gegenüber 58,5 % im Vorjahr. Ein wesentlicher Grund hierfür dürfte die verstärkte Tätigkeit der Kommunen im sozialen Bereich sein, insbesondere das Einrichten zentraler Fachstellen zum Abbau der Obdachlosigkeit.

Zeichenerklärung
(nach DIN 55 301)
0 weniger als die Hälfte von 1 in der letzten
besetzten Stelle, jedoch mehr als nichts
- nichts vorhanden (genau null)

Hauptseite Inhaltsverzeichnis Vorbemerkungen Tabellenteil